Gast · Folge 03
Alexander H. Berger.
Markenstratege, 20 Jahre Getränkebranche, zuletzt Strategie bei Paulaner
Seine Thesen für 2036
Der neue Flaschenhals
„Strategie heißt wegnehmen, auch nein sagen. Wir neigen dazu, immer mehr zu machen, statt zu hinterfragen, was wir gerade tun."
Der neue Flaschenhals
„Der Elefant im Raum ist der Kunde. Viele verfallen in blinden Aktionismus, ohne zu fragen, ob der Markt das Produkt überhaupt braucht."
Der neue Flaschenhals
„Eine Marke muss in deinen Kopf springen, nicht in den Einkaufskorb. Dafür musst du sie in einen Kontext stellen, den der Kunde ständig mit sich trägt."
Der neue Flaschenhals
„Aus einem Preiseinstieg eine Marke zu machen ist eine 180-Grad-Wende. Was einmal im Kopf verankert ist, bekommst du kaum wieder heraus."
Der neue Flaschenhals
„Presst man ein Startup in eine Traditionsstruktur, gehen die Innovatoren, und nur das Produkt bleibt über. In dem Produkt steckt aber die ganze Leidenschaft."
Sein Rapid-Fire für 2036
„Weniger, je nach Kategorie. Bei Sekt, Wein, Spirituosen und Bier weniger; bei alkoholfreien Getränken eher etwas mehr."
„Marktanteil aktuell circa 10 Prozent, Tendenz steigend. Aber Mainstream wird es aus meiner Sicht nicht."
„Konzepte wie mit Pamela Reif sind erfolgreicher als kurzfristige Markteinführungen mit einer Persönlichkeit, die nur den Moment nutzt."
„Wichtiger ist, welchen Nutzen das Produkt hat. Es muss mehr über das Produkt kommuniziert werden."
„Würde ich nicht ausschließen. Science Fiction ist bekanntermaßen schon oft Realität geworden."
„Ich fürchte, die Konsumenten wechseln und die Markenloyalität wird kaum vorhanden sein."
„Ein gutes Mineralwasser ist auch ein Functional Drink. Es wird Mainstream werden und bleiben."
„Ich wünsche mir, dass die Unternehmensvielfalt und die mittelständische Struktur bestehen bleiben, weiß aber, dass manches kleine Unternehmen es nicht schaffen wird."
„Sowohl als auch, aber Schwerpunkt Community."
Die Abschlussfrage: Was machst du heute, wofür man dich 2036 belächeln würde?
„Dass Brauereien sich eine gemeinsame Abfüllanlage teilen, statt jede ihre eigene zu bauen. Der Endverbraucher braucht die Bilder im Kopf, nicht die Fabrik dahinter, so wie die irischen Whiskey-Hersteller es längst machen."