Blog · 10. Juli 2026

Software wird Commodity. Der neue Engpass bist du.

Drei Gäste aus drei völlig verschiedenen Welten sagen unabhängig voneinander dasselbe: Bauen wird billig, Verteilen wird teuer. Was das für deine nächsten zehn Jahre bedeutet.


Wenn ein KI-Gründer, ein Entrepreneurship-Professor und ein Markenstratege aus der Getränkeindustrie unabhängig voneinander denselben Satz sagen, lohnt es sich hinzuhören. Genau das ist in den ersten Folgen von Agenda 2036 passiert.

Was ist mit “Software wird Commodity” gemeint?

Philipp Hoffmann baut mit Reruption kleine Startups für große Konzerne und arbeitet täglich an der vordersten Front KI-gestützter Softwareentwicklung. Seine Beobachtung: Der Preis dafür, funktionierende Software zu bauen, fällt Richtung null. Was gestern ein Entwicklerteam und sechs Monate brauchte, entsteht heute in Wochen. Der Begriff “Vibecoding” ist für ihn dabei schon wieder überholt — nicht weil die Entwicklung stockt, sondern weil sie so schnell normal geworden ist, dass sie keinen eigenen Namen mehr braucht.

Warum Distribution der neue Flaschenhals ist

Maximilian Eckel leitet das Entrepreneurship Center der WHU und trainiert die nächste Generation deutscher Gründer. Sein Punkt schließt direkt an: Wenn jeder in zwei Wochen ein MVP bauen kann, entscheidet nicht mehr das Produkt, wer gewinnt. Es entscheidet, wer Menschen erreicht. Distribution — Reichweite, Vertrauen, Zugang zu Kunden — wird zum knappen Gut. Die alte Ausrede “ich habe keinen Tech-Cofounder” zählt nicht mehr. Die neue Frage lautet: Wer hört dir zu?

Was ein Markenstratege dazu sagt

Alexander Berger hat zwanzig Jahre Markenstrategie in der Getränkebranche gemacht, zuletzt bei Paulaner. Seine Welt könnte von Software kaum weiter entfernt sein, und trotzdem beschreibt er dasselbe Muster: Produkte werden austauschbar, Marken sterben, weil sie zu allem Ja sagen. Was bleibt, ist Positionierung — die Fähigkeit wegzulassen und für etwas Bestimmtes zu stehen. Das ist Distribution in ihrer ältesten Form.

Was das für dich bedeutet

Drei Konsequenzen, wenn diese These stimmt:

  1. Bauen lernen lohnt sich, reicht aber nicht. Die Fähigkeit, mit KI Software zu erstellen, wird zur Grundfertigkeit wie Excel. Differenzieren wirst du dich damit nicht lange.
  2. Reichweite und Vertrauen werden zum Karriere-Asset. Wer eine eigene Audience hat, einen Ruf, ein Netzwerk, besitzt das, was nicht kopierbar ist. Damit anzufangen kostet heute nichts außer Überwindung.
  3. Warten wird teurer. Jeder Monat, in dem Bauen billiger wird, macht den Unterschied zwischen denen, die schon verteilen können, und denen, die es noch lernen müssen, größer.

Die ausführlichen Gespräche findest du in den Folgen — unter anderem mit Philipp Hoffmann zum Ende von Vibecoding, Maximilian Eckel zu den Skills, die wirklich noch zählen, und Alexander Berger zur Strategie des Weglassens.

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